Samstag, 13. Oktober 2012

Perito Moreno Gletscher - El Calafate

Nach unserem Roadtrip quartieren wir uns in El Calafate ein, um uns ein wenig zu erholen.
Wir finden ein Hostal, das zur Abwechslung gut organisiert ist, und keine Frostbeulen entstehen läßt- es gibt Fußbodenheizung!
Hier gibt es nicht viel zu tun, außer durch die skiortmäßige Hauptstraße zu flanieren.

Ein Highlight gibt es hier jedoch in der Nähe, den Perito Moreno Gletscher. Da wir immer noch da Mietauto haben, machen wir uns nach 2 Rasttagen auf den Weg zum Los Glaciares Nationalpark. Wir sind früh dran, und müssen am Eingang sogar warten bis der Park öffnet. Dafür können wir dieses Naturschauspiel einige Zeit ganz alleine bestaunen.
Der Gletscher erstreckt sich am  Berg über 20km Breite und wird dann in eine Engstelle von 4km gequetscht, bevor er sich wieder auf ca. 5km Breite entfaltet und in den Lago Argentino kalbt. Die Eiswand vor der wir stehen ragt bis zu 80 Metern auf. Der Gletscher schiebt mit 1 Meter pro Tag in den See und so können wir immer wieder beobachten, wie Eistürme abbrechen, in den See stürzen und große Wellen erzeugen.
Das der Gletscher 80 Meter in die Höhe ragt kann man sich gar nicht vorstellen, da man meist auf höher gelegenen Wegen und Aussichtsplattformen unterwegs ist. Wenn man aber auf die untersten Plattformen wandert, kann man das wahre Ausmaß erkennen.
Alle ca. 3-4 Jahre schiebt sich der Gletscher bis auf das Festland, wo die Wege und Plattformen sind, vor und sperrt so die Verbindung zweier Seearme ab. Somit kann der eine Teil des Sees nicht mehr abfließen und das Wasser staut sich bis zu 30m hoch auf, bis der Druck zu groß wird und die absperrende Eisbrücke in einem wahnsinnigen Schauspiel zerbricht. Leider war das schon im letzen Jahr :-)

Nach dem Besuch des Gletschers fahren wir noch zum Lago Roca, ein schöner See mit schöner Berglandschaft und einer Estancia am Ende der Straße/Welt.
Argentinien - Perito Moreno, El Calafate

Dienstag, 9. Oktober 2012

Roadtrip - Ruta 40 Süden

Nachdem wir die Grenze passiert haben, machen wir in Perito Moreno einen kurzen Tank- und Versorgungsstop. Hier bekommen wir auch die Information, das sich die Ruta 40 in sehr gutem Zustand befindet. Somit erreichen wir bereits um kurz nach 17Uhr die Höhlen "Cueva de las Manos", und können noch an einer Tour teilnehmen. Die Höhlen sind bekannt, da sehr viele negativ Abdrücke von Händen und Zeichnungen auf den Felsen gefunden wurden, die aus drei verschiedenen Epochen (die ältesten 13000 Jahre alt) stammen. Die Höhlen liegen in der sehr schönen Schlucht Canón de Rio Pinturas. Die Tour zieht sich etwas in die Länge, wir sind keine "Geführten Tour-Touristen", daher gibt es nur ein kurzes Abendessen im Auto. Da hier weit und breit nichts ist und wir auch keinen Platz zum Zelten finden fahren wir noch weiter, auf sehr schlechten Straßen, bis wir uns gegen 21:30 einfach neben der Straße in einen Ausbuchtung stellen und unser Zelt hinter einem Weidezaun aufbauen.

Der nächste Morgen bringt einen sehr schönen Sonnenaufgang in der Steppe. Nach dem Frühstück starten wir wieder und sind bald in der Mega-Metropole Bajo Caracoles, mit ca. 20 Häusern. Die Tankstelle hat heute (vielleicht auch morgen?) keinen Sprit mehr, zum Glück haben wir noch einen vollen Tank und fahren gleich weiter.
Wir haben noch ca. 500km bis nach El Calafate. Die Straße ist sehr gut. Fast alles ist neu asphaltiert und nur einige Abschnitte sind noch Schotterpiste. Die Straße verläuft oft 50km Kerzengerade durch die Steppe und das Bankett neben der Straße ist so breit, da würde "Kohlbach" gleich eine ganze Siedlung unterbringen.
Zu sehen gibt es landschaftlich nicht viel, dafür sind direkt neben der Straße immer wieder Guanakos zu sehen und auch eine Strauß-Familie sehen wir.
Da uns das Zeltplatz suchen schon nicht mehr freut, kochen wir auf einem Parkplatz noch Abendessen und genießen es mit Aussicht auf den Fitz-Roy. Danach fahren wir noch die letzten ca. 100km und kommen um 9 Abends in El Calafate an. Wir sind müde und quartieren uns im America del Sur-Hostel ein.

Über 3100km sind wir gefahren. Eigentlich hätten wir das Auto noch für weitere 3 Tage, aber durch die guten Bedingungen der Ruta 40 haben wir unser Ziel schon früher erreicht. Jetzt rasten wir uns aus. 4 Nächte in nicht immer guten Hostels und 6 oft sehr kalte Nächte im Zelt müssen erst verdaut werden.
Die Route von San Martin de los Andes nach Chile bis nach Caleta Tortel und zurück nach Argentinien, runter bis El Calafate ist landschaftlich einfach unglaublich schön. Besonders die Carretera Austral in Chile ist ein Traum. Hier müsste man sich 2 Monate oder mehr Zeit nehmen und sich an den verschiedenen Orten länger aufhalten, um einen besseren Eindruck zu bekommen. Es hat sich auf jeden Fall ausgezahlt ein Mietauto zu nehmen und die Strecke selbst zu bewältigen.

Argentinien - Roadtrip - Ruta 40 Süden

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Roadtrip - Carretera Austral

In Chile führt uns unsere Reise zuerst Richtung Norden, nach Chaiten. Der Ort erlangte 2008 durch einen Vulkanausbruch traurige Berühmtheit. Die dort lebenden Menschen mussten fluchtartig ihre Häuser verlassen und vor dem Schlamm und der Asche fliehen. Die Bilder gingen um die Welt. Heute leben schon wieder viele Menschen dort. Man sieht das Ausmaß der Zerstörung aber noch sehr deutlich. Viele Häuser wurden noch nicht abgerissen und stehen wie damals verlassen dort. Daneben stehen wieder reparierte Häuser und auch ganz neu aufgebaute. Wir sehen uns von einem Aussichtspunkt die eigentlich sehr schön gelegene Stadt und Bucht an, danach fahren wir wieder Richtung Süden.
Leider wird das Wetter am Nachmittag schlecht und wir entscheiden uns bis nach Puyuhuapi weiter zu fahren und uns dort ein Zimmer zu nehmen. Gute Entscheidung, denn als wir dort um halb Sieben abends ankommen schüttet es wie aus Kübeln.

Der nächste Tag soll anscheinend nicht besser werden und so ziehen wir gleich weiter. Die Hoffnung auf den nahe gelegenen Nationalpark Queulat haben wir schon beinahe aufgegeben, entscheiden uns dann aber doch noch hin zu fahren. Wir starten eine 2,5h Wanderung und stapfen mit Poncho bekleidet durch den Matsch. Der Weg führt durch einen Jungle und soll uns zu einem Aussichtspunkt führen. Als wir dort ankommen, haben wir Glück. Die Wolken lichten sich und die Sonne kommt hervor. Somit haben wir freie Sicht auf das Highlight, den hängenden Gletscher "Ventisquero Colgante". Der Gletscher schiebt sich über eine riesige Felswand und aus ihm sprudeln zwei Wasserfälle in die tiefer gelegene Lagune. Ein wirklich traumhafter Anblick.
Am Nachmittag starten wir wieder, und die Strecke ist durch das wechselnde Wetter sehr fotogen. Sonne, Regen, Nebel und Regenbögen wechseln sich ab. Leider wird gegen Abend, unserer Zeltplatzsuchzeit, das Wetter wieder schlechter und so müssen wir uns in Coyhaique ein Hostal suchen.

Am nächsten Tag schlendern wir ein wenig durch Coyhaique, bevor wir die super Strecke nach Puerto Rio Tranquillo fahren. Dort kommen wir gegen 16:30 an und erfahren das um 17 Uhr eine Bootstour zu den "Castillo de Marmol" stattfindet. Da fahren wir gleich mit. Nach 20min auf rauhem See sind wir am Ziel des Ausflugs. Aus den Marmor-Felsen hat das Wasser wunderschöne Höhlen geformt. Die Farben des Gesteins und des Wassers sind wunderbar.
Nach der Tour starten wir noch Richtung "Bahia Exploradores". Da es schon dämmert, schlagen wir nach ca. 1h Fahrt unser Zelt in dem schönen Tal auf.

Am nächsten Morgen fahren wir weiter bis zu einem Aussichtspunkt von wo aus man einen Blick auf den höchsten Berg Patagoniens haben sollte und auf einen riesigen Gletscher. Den Berg sehen wir aufgrund von Wolken leider nicht und der Gletscher ist immer noch groß, aber man sieht wie weit er sich schon zurückgezogen hat. Ein wirklich trauriger Anblick.
Da unsere Karte sagt es geht noch weiter ins Nichts, fahren wir weiter bis wir an einer Baustelle, wo gerade eine Brücke gebaut wird, gestoppt werden. Dort ist am scheinbaren Ende der Welt ein Flugfeld. Leider sind keine Flüge für uns frei und so starten wir wieder zurück nach Puerto Rio Tranquillo, wo wir weiter auf der Carretera Austral südlich fahren.
Jetzt kommt einer der bisher schönsten Abschnitte. Der Blick auf den "Lago General Carrera" und die dahinter liegenden Berge ist majästätisch. Wir haben Glück. Durch die starken Regenfälle sind die Berge oben komplett weiß und geben somit ein wunderbares Bild. Es ist, als würde es mich zu diesen Bergen ziehen, auch wenn man wahrscheinlich nur mit einem Boot hinkommt. Eine total verlassene und wilde Gegend. Am liebsten würde ich mit den Tourenskiern rauf gehen und runter powdern - a bißal Rinn ausputz'n. Markus, wo bist du? :-)
Die Fahrt führt weiter an wilden Flüssen und das Bergpanorama ist einfach ein Wahnsinn.
In Cochrane beschließen wir noch ein Stück Richtung Caleta Tortel zu fahren, bis wir einen Zeltplatz am Fluss finden.

Die letzten 30km nach Caleta Tortel bewältigen wir am nächsten Tag. Leider übersehe ich ein Schlagloch und so verlieren wir eine Radkappe. Auch die Stahlfelge nimmt Schaden und wir haben etwas wenig Luft im Reifen. In Caleta Tortel hilft uns jemand den Reifen aufzupumpen und rät uns zur Weiterfahrt mit dem Reifen ab. Daher wechseln wir den Reifen. Bis zum nächsten Mechaniker muss der Reservereifen herhalten.
Caleta Tortel war früher nur per Boot zu erreichen. Das Dorf hat keine Straßen, sondern nur Holzstege, die die Häuser verbinden. Die Häuser sind meist auf Stelzen im Wasser, oder in den Berghängen der Bucht gebaut und auch die öffentlichen Plätze sind auf Stelzen im Wasser errichtet. Wir finden eine Unterkunft, wo es zumindest in der Küche angenehm warm ist. Außerdem fragen wir die Gastgeberin, ob sie uns nicht etwas zum Abendessen machen könnte. Klar, kein Problem. Danach versuchen wir auf einen Aussichtspunkt zu gelangen. Als wir die Stege verlassen und am Festland weitergehen, versinken wir aber immer mehr im Matsch und so lassen wir den Aussichtspunkt sein. Stattdessen setzen wir uns auf einen großen Felsen und bewundern die Bucht und die Berge. Nach kurzer Zeit kreisen bis zu 6 Kondore über unseren Köpfen. Einfach unglaublich.

Die Nacht war sehr stürmisch und es hat auch geregnet, also machen wir uns früh auf den Rückweg nach Cochrane. Wir haben Glück und finden die am Vortag verlorene Radkappe. In Cochrane suchen wir einen Mechaniker, der unsere Stahlfelge reparieren kann. Wir fragen am Hauptplatz einfach einen Passanten und der kennt einen. Also schnell eingestiegen und er zeigt uns den Weg. Der Mechaniker ist gerade beim Essen, aber alles kein Problem. Kurz den Schlegl geholt und ein paar Mal auf die Felge eingedroschen - passt. Alles wieder gut, kann wieder montiert werden. Unglaublich nett und hilfsbereit.
Da es noch nicht so spät ist starten wir zuerst wieder Richtung Norden, auf bereits bekannter Strecke, bis wir am Lago General Carrera rechts abbiegen und an der Südost-Seite des See's Richtung Argentinische Grenze fahren.
Wir haben ein wenig Stress, da uns gestern ein junger Chilene Angst wegen der Ruta 40 in Argentinien gemacht hat. Er meint die Straße ist sehr schlecht und wir sollen überlegen, ob wir nicht den Umweg über die Atlantikküste machen. Ca. 500km weiter, dafür Asphaltstraße.
Jetzt kommt wieder das leidige Zeltplatzsuch-Thema. Leider ist die Straße vom schönen See schon etwas entfernt und alle Stichstraßen sind mit Gattern versperrt, bis wir eine Offene finden. Der folgen wir einige Kilometer und plötzlich taucht ein Haus auf. Eine ältere Dame kommt raus und auf die Frage ob wir auf ihren Grund zelten können, sagt sie gleich natürlich, dort drüben gibt es einen Weg zum See. Und so haben wir einen super Zeltplatz am See, mit vorhandener Feuerstelle.

Die Nacht ist wieder Sternenklar und der Morgen bringt Abkühlung. Aber nicht das Wetter ist kalt, nein, wir waschen uns im eiskalten See.
Danach geht's weiter mit super Landschaft und zu Mittag sind wir an der Grenze. Die Ausreise aus Chile ist wieder ganz einfach, nur die argentinische Einreise dauert. Die können ihre eigenen Formulare nicht lesen und so brauchen wir wieder 45min.
Jetzt folgen wir wieder der Ruta 40 in Argentinien nach Süden.

Sind ein wenig mehr Fotos geworden, hoffentlich ist uns keiner böse ;-)
Chile - Roadtrip - Carretera Austral

Sonntag, 30. September 2012

Roadtrip - Ruta 40 Norden

Jetzt sind wir wieder in Argentinien, in San Martin de los Andes. Eine kleine Stadt, schön gelegen, zwischen Hügeln und an einem See. Viel machen wir hier nicht, nur einen kurzen Ausflug zu einem Aussichtspunkt. Ein wenig Planen und Einkaufen muss aber dann doch sein, den wir haben Großes vor.
Wir leihen uns ein Auto, für zwei Wochen. Ziel ist das ca. 1500km weiter südlich liegende El Calafate. Wir wollen aber nicht auf direktem Weg dorthin, sondern die Strecke von Argentinien nach Chile, um dort die Carretera Austral Richtung Süden zu fahren und dann wieder nach Argentinien auf die Ruta 40 wechseln, um die letzten ca. 600km bis El Calafate zurück zu legen.
Das Auto kostet ca. 40€ pro Tag, inklusive extra Zertifikat für die Grenzüberschreitung nach Chile und einer extra Versicherung. Eigentlich gar nicht teuer, wenn da das Zurückgeben des Autos, an einem andern Ort als der Startort, nicht wäre. Das kostet nämlich mehr, als drei Wochen Automiete. Aber egal, wir hoffen es ist es wert.


Zuerst fahren wir die "7 Seenrunde" nach Bariloche. Eine sehr schöne Strecke, entlang - no na - von sieben Seen. Nur das Wetter spielt nicht so mit, es regnet ein wenig und dann schneit es. Somit bleiben wir auch nicht so oft stehen und sehen uns Bariloche auch nur von Weitem an. Bariloche ist eine sehr große Stadt, wo anscheinend viele reiche Leute wohnen, und liegt an einem riesigen See und im Hintergrund ragen schneebedeckte Berge auf.
Aufgrund der seltenen Stopps fahren wir bis Lago Puelo. Leider sind die Campingplätze noch zu, so wie alle Campingplätze auf der weiteren Strecke. Eine leistbare Unterkunft finden wir aber mit dem " Rey Sol" dann doch noch. Das ist der volle Eso-Schuppen. Ein getrenntes Pärchen lebt dort mit ihren Kindern und vielen Katzen und Hunden und bewirtschaftet das Hostel. Sehr schön hergerichtet. Bunt, lauter indische Götter gemalt, oder herum hängend, und sogar die Teehäferl stinken nach Räucherstäbchen.

Am nächsten Morgen machen wir noch einen kurzen Ausflug auf einen Aussichtspunkt am See, bevor wir weiter Richtung Süden fahren.
Wir wählen die Rumpelpiste durch den NP Los Alerces. Eine sehr schöne Strecke und das Tolle, es gibt gratis Campingplätze. Dort gibt es zwar keine Infrastruktur, aber man kann mit dem Auto ganz zum See fahren und es gibt Feuerstellen. An so einem Platz bauen wir dann auch unser Zelt auf. Ein Feuer ist auch schnell gemacht und das Essen auf dem Benzinkocher zubereitet.
Jetzt fehlt nur noch die Körperpflege vor dem zu Bett gehen. Da bietet sich doch der See an. Sylvia ist so mutig, ich habe noch gesagt verrückt, und ist schon im ca. 10° kühlem Nass. Das kann ich mir auch nicht bieten lassen. Runter mit den Fetzen und rein ins, ich geb's zu sehr kalte Wasser. Dafür ist danach der Schlafsack schön warm.

Am nächsten Morgen machen wir noch einmal ein Feuer bevor wir weiter fahren.
In Trevelin versuchen wir ein Steak zu bekommen, ist aber leider nicht was wir erwartet hatten, trotzdem gut. Und dazu gibt es ein Bier, es gibt nämlich ein Jubiläum zu feiern. Ich bin vor 10 Jahren nach Graz gekommen, zum Studieren.
Nach der Festlichkeit, fahren wir noch bei den Nant-y-Fällen vorbei, bevor wir zu unserem ersten Grenzübertritt mit dem Auto kommen. Wir haben natürlich einiges an Essen eingekauft, da wir meist selbst kochen wollen. An der argentinischen Grenze sagt uns der Beamte schon was nicht über die Grenze darf und so stehen wir Obst essend in der Kälte. Unser Grenzübertritts-Zertifikat macht den Beamten auch Probleme und so dauert die Ausreise ca. 45min. Der chilenische Grenzbeamte schaut sich dann unsere Sachen nochmal an und wir können schnell weiter fahren.
Wir finden auch noch einen Campingplatz am Lago Lonconao. Der hat zwar eigentlich noch zu, aber der sehr nette Besitzer lässt uns trotzdem gratis dort übernachten. Wir können auch sein Bad benutzen und bekommen sogar noch einen Kaffee.
Wie es in Chile auf der Carretera Austral weitergeht könnt ihr im nächsten Beitrag lesen.

Freitag, 28. September 2012

Pucón - NP Huerquehue, Vulkan Villarrica

Nach der Großstadt erwartet uns jetzt der Süden. Viel Landschaft, weniger Leute. Unsere erste Station ist Pucón. In der Nebensaison, also jetzt, ein kleines Nest. In der Hauptsaison ein aus den Nähten Platzender Touristenort. Er liegt an einem See, in der Nähe sind einige Nationalparks mit viel Wald und zahlreichen Seen und er wird von einem der aktivsten Vulkane Chiles überschattet. Der Ort liegt auf 250m, der Vulkan Villarrica hat eine Höhe von 2800m und ist derzeit ganz von Schnee bedeckt. 

Ein Tagesausflug bringt uns in den Nationalpark Huerquehue. Dort sind nur ein paar Wege geöffnet. Es hat vor 2 Wochen sehr viel Niederschlag gegeben und jetzt liegt auf über 1200m fast ein halber Meter Schnee. Der Weg zu den drei Seen die wir besuchen wollen ist zuerst sehr gatschig und weiter oben stapfen wir durch Schnee. Oben angekommen, finden wir drei Seen die von Araukarien Bäumen umgeben sind. Eine wunderschöne sehr einsame und stille Gegend. Die Seen sind von Bergen umgeben und das Ganze erinnert ein wenig an Berglandschaften in Österreich.

Der Vulkan reizt uns. Wir wollen da rauf. Nur leider darf man nicht so einfach. Es wird vorgeschrieben, das man Steigeisen, Pickel, Helm und entsprechende Kleidung mit hat. Außerdem darf man alleine gar nicht rauf, nur mit einem Guide, außer man kann eine z.B. Alpenvereinskarte vorweisen. Die haben wir aber nicht mit. Wozu soll ich die auf einer Weltreise brauchen?! Anscheinend genau für so etwas. Schon in Peru sind wir auf diese nützliche Eigenschaft der ÖAV-Karte gestoßen. Hilft jetzt nichts, wir haben unsere nicht mit. Also buchen wir eine Tour wo alles inkludiert ist. Ausrüstung, Transport, NP-Eintritt und Guide. 
Um 7 Uhr werden wir abgeholt, nach einer schlaflosen Nacht. Es ist nämlich ein Sturm mit heftigem Wind aufgezogen. Der hat so am Dach unserer Unterkunft gerüttelt, das wir Angst hatten, bald im Freien zu liegen. Wir sind trotzdem mit den Guides und 5 weiteren Teilnehmern bis zum Parkplatz der Liftstation gefahren. Am Vulkan ist auch ein Skigebiet. Zwar etwas lächerlich für die paar Lifte ca. 40€ für die Tageskarte zu verlangen, aber Skigebiet muss in einem Freizeitort wie Pucón schon sein. Am Parkplatz haben wir dann entschieden, dass es heute keinen Sinn hat. Der Wind ist zu stark und eine Gipfel/Krater-Besteigung scheint nicht möglich. Also zurück und den extrem windigen Tag im Hostal vor dem Kamin verbringen. Ja unglaublich, aber hier haben wir das erste Mal auf dieser Reise einen Ofen!
Der nächste Morgen begrüßt uns wieder mit sehr starkem Wind und eigentlich wollen wir die ausgeliehene Ausrüstung nur noch zurückgeben. Dazu kommt das die Gruppe dieses mal aus 11 Personen besteht. Wir entscheiden uns aber dann doch zum Skilift mit hoch zu fahren und unglaublich, dort ist es windstill. Die Tour ist möglich. Gemeinsam mit über 40 anderen Personen von unterschiedlichsten Agenturen starten wir erst gegen 8:30 die Tour.
Zuerst stapfen wir im schon weich werdenden Schnee die Piste entlang. Es wird fast jede Stunde eine Pause gemacht, zum Verrecken! (Anm. Flo: "komm mir vor wie bei einer Buschenschank Partie, so oft stehen bleiben und fressen...") Irgendwie ist den Leuten nicht klar, das 1600hm Aufstieg auf Schnee nicht so ohne sind, aber die Guides sind darauf eingestellt und daher wird auch so oft pausiert. Zum Schluss muss ich mich schon wärmer anziehen weil mir vor lauter Stopp'n'Go kalt wird. Aber nach unglaublichen 5h15min stehen wir am Rand des Kraters. Man kann so richtig reinsehen und es steigen auch immer wieder Rauchschwaden auf, die man auch von unten aus dem Dorf sehen kann. Wenn man zu nahe ran geht merkt man gleich, dass das nicht gesund ist. Wir bekommen starke Lungenschmerzen und einen Hustenanfall. Die Dämpfe sind nichts für Radegund-Luftkurort-Patienten. Wir bleiben aufgrund des Gestankes und des starken Windes nur kurz ganz oben und genießen die Aussicht auf die umliegenden Seen und Vulkane.
Danach machen wir uns für den "Abstieg" bereit, wobei man Abrutsch sagen müsste. Wir ziehen uns Wasserfeste Kleidung an und eine Art Lendenschurz, nur verkehrt herum, an - also eigentlich eine Goretex-Windel. Hinzu kommt ein Plastik-Sitzteller (Bob) an den Hüftgurt geschnallt. Und abwärts gehts. Wenns zu steil ist, setzt man sich einfach in den Schnee und rutscht am Hintern hinunter. Ist es zu langsam setzt man sich auf das Plastikteil. Gebremst wird seitlich mit dem Pickel. Ziemlich lustig und nach kurzer Startangst bei Sylvia hat sie auch ihren Spaß. Und nicht vergessen, immer schön locker in den Knien :-) So ist der Abstieg im mittlerweile tiefen Sulzschnee auch lustig und dauert nicht lange. Das letzte Stück können wir mit dem sehr unbequemen Sessellift mitfahren und sparen uns somit die Pistenhatscherei.
War wirklich eine super Erfahrung und der Ausblick wunderschön. 
Nur das Gehen mit so großen Gruppen ist nicht so meins, aber davor hat uns Harald schon gewarnt und dank Julia haben wir jetzt unsere Alpenvereinskarten per Mail zugeschickt bekommen.

Sonntag, 23. September 2012

Santiago de Chile - die Hauptstadt


Ein Flug mit kurzem Zwischenstopp in Lima, brachte uns wieder nach Santiago de Chile.
Am Flughafen wurden wieder die Rucksäcke geröngt, ob man auch kein Obst oder Fleisch mithat. Kannten wir bereits, hatten aber nie Probleme. Darum hat Sylvia auch die Orange und die Zitrone nicht weggeworfen vor der Kontrolle. Das war schlecht. Sofort erkannt und Rucksack ausräumen. Da wir gesagt haben, wir haben nichts zu deklarieren, jetzt aber Obst im Rucksack gefunden wurde, waren die Herrn von der Agrarbehörde gar nicht mehr so lustig. Sylvia musste mitkommen ins Büro. Bekamm ca. 30min eine Aufklärung, Standpauke, irgendwelche Zettel zum Unterschreibung und durfte dann wieder gehen. Eigentlich hätte sie eine Strafe zahlen müssen, zum Glück aber nicht. Dafür hat sie jetzt sicher einen Vermerk in der Chilenischen-Grenz-Zoll-Schmuggel-Datenbank. Bis jetzt hatten wir immer irgendetwas mit und nie Probleme. Ab jetzt werden wir darauf achten, dass wir nichts Unerlaubtes im Rucksack haben. War nicht so lustig das Ganze.

In Santiago de Chile haben wir dann schnell ein Hostal gefunden und zuerst ein wenig Schlaf nachgeholt. Danach gings los ins Zentrum. Dort konnten wir wieder bei einer "Tour for Tips" mitgehen und haben so gleich am ersten Tag sehr viel von der Stadt gesehen.
Der erste Eindruck am Morgen war nicht besonders, aber die Stadt ist irgendwie toll. Riesig, sehr viele Hochhäuser, aber dazwischen immer wieder Fußgängerzonen und auch zwei Aussichtsberge. Es gibt auch ein "Viertel" wo sich ein Glaswolkenkratzer an den nächsten reiht und richtig große, moderne Shoppingcenter sind. Direkt "hinter" der Stadt, Richtung Osten, türmen sich die Anden auf und man kann in ca. 2h mit dem Auto auf beinahe 4000m fahren.
Ein Studenten-Künstler-Viertel, das einen ähnlichen Flair wie in Valparaiso bietet, bringt in das ganze moderne wieder etwas uriges. Dort reihen sich Studentenbars und Künstler aneinander und die Gehsteige sind voll mit Tischen und Musikanten.

Der kleinere Aussichtsberg liegt mitten im Zentrum. Auf ihm befindet sich ein Schloss und viele kleine Wege um ganz auf die Spitze eines Aussichtsturms zu kommen.
Die Stadt hat nicht so richtige Sehenswürdigkeiten, ist aber irgendwie toll. Man bekommt alles, wie bei uns, hat ein Studentenviertel und das beste, gleich dahinter die Anden.

Eines gibt es noch, das ist ganz wichtig. So etwas gibt es bei uns leider nicht. In den 60er oder 70er Jahren wurden Cafes eingeführt. Da irgendwie aber mehr eine Teekultur herrschte, musste man sich schon etwas besonderes einfallen lassen. Das Ganze heißt "Coffee with legs", also Kaffee mit Beinen. Schnell wird hier nicht serviert, das will auch kein Gast. Nein! Es gibt keine Sitze, nur eine Stehbar, wobei sich die Bar auf einem kleinen Podest befindet. Dort sind dann auch die Kellnerinnen, die hohe Schuhe und einen sehr kurzen Rock anhaben. Somit sind die Beine immer in Sichtweite, Coffee with legs eben. Es gibt auch noch eine Erweiterung des Ganzen, mit "Happy Minute". D.h. irgendwann während des Tages werden die Türen zugesperrt und eine Kellnerin strippt für eine Minute, dann zieht sie sich wieder an, Türen auf und Normalbetrieb. Ein Konzept das gefällt, mir zumindest!
Wir waren in einem "normalen" Coffee with legs, ohne Strip, und da sind auch viele Frauen als Gast. Die werden nämlich gern gesehen und immer freundlicher behandelt. Von schmuddeligem Lend/Gries-Charakter, die Grazer wissen was ich meine, hat das Ganze nichts. Die Cafes sind nur zu Geschäftszeiten offen und befinden sich auch nur im Viertel mit Büros und Fußgängerzonen.
Und das Wichtigste, der Kaffee schmeckt gut.
Chile - Santiago de Chile

Freitag, 21. September 2012

Osterinseln, das Zuhause der Moai

Wohl eines der Highlights wartet auf uns. Eigentlich hatten wir ja nicht vor, auf die Osterinseln zu fliegen, aber während der ersten Monate dachten wir dann, warum eigentlich nicht, noch näher kommen wir den Inseln wahrscheinlich nicht mehr. Also buchten wir einen Flug und der war wirklich teuer. Aber beim check des Fluges einen Tag vor Abflug sahen wir Business-Class am Ticket?! Komisch, haben wir zwar eigentlich nicht gebucht, aber anscheinend war nichts anderes mehr frei. Darum auch der Preis. Hat sich aber ausgezahlt. Business-Class ist gar nicht schlecht. Glaub ich flieg nur mehr so. Einziger Wehrmutstropfen, man muss aufstehen um den Fernseher vor sich einzuschalten, so viel Platz hat man :-)
Wir hatten auch einen eigenen Steward der hat sich sogar verabschiedet von uns.
Schon beim Landeanflug konnten wir die Insel sehen, da wir zuerst genau darüber geflogen sind. Wir kaufen auch gleich das Ticket, welches man für zwei Sights benötigt am Flughafen, dort ist es billiger.
Als Unterkunft wählen wir den Campingplatz Tipanie Moana. Nicht den direkt am Meer, da ist es uns zu windig, sondern ein wenig im inneren der "Stadt". Gemeinsam mit uns baut auch Robert aus den USA sein Zelt hier auf und wir verbringen die nächsten Tage zusammen.









1. Tag:
Zuerst wollen wir den südlichen Teil mit dem Vulkan Rano Kau erkunden. Dazu folgen wir bei sonnigem Wetter einem Fußweg bis zum Kraterrand auf 324m. Von hier hat man einen super Blick in den teilweise mit Wasser gefüllten Krater und im Hintergrund sieht man auf den Pazifik. Hier gibt es auch das Dorf Orongo zu besichtigen, wofür wir das Ticket benötigen. Eine Ansammlung von runden Steinhäusern. Diese wurden früher von den Einheimischen für einige spezielle Wochen im Jahr genutzt.
Nach der Besichtigung machen wir uns noch auf den Weg, um den Krater von der anderen Seite zu besichtigen. Hier sind keine Leute und der Blick die Klippen hinunter ist noch spektakulärer.

Am Abend starten wir noch zum Hafen und gehen der Küste entlang Richtung Norden bis zum "Ahu Tahai". Dort sehen wir unsere ersten Moai und warten auf den Sonnenuntergang. Zur Erklärung: Moai sind die großen Steinfiguren mit den teilweise sehr lustigen Gesichtern und ein Ahu ist eine zeremonielle Plattform wo die Figuren darauf stehen.
Chile - Osterinseln - Tag 1


2. Tag:
Zusammen mit Robert mieten wir uns einen Jeep für 2 Tage. Wir fragen direkt beim Campingplatz und bekommen bei einem Bekannten des Besitzers einen super Preis.
Um 6 Uhr früh starten wir, da wir den Sonnenaufgang beim "Ahu Tongariki" sehen wollen. Wir sind nur viel zu früh hier und müssen eine Stunde warten. Leider ist es zu bewölkt und die Sonne zeigt sich nicht. Der Anblick der 15 Moai ist trotzdem beeindruckend. Danach machen wir uns auf den Weg, um den östlichen Teil, Poike, zu erkunden. Wir wandern dazu auf den Vulkan "Puakatiki" mit 410m. Oben angekommen haben wir einen tollen Blick zurück auf den Ahu vom Morgen. Hier gibt es natürlich auch einen Krater, ist ja ein Vulkan, und in diesem wächst ein kleiner Wald. Schaut lustig aus und wir erkunden ihn auch gleich. Danach fahren wir zum nahe liegenden Vulkan "Rano Raraku". Das ist sozusagen die Moai-Fabrik. Hier wurden die bis zu 12m großen Figuren aus dem Stein gemeißelt. Hier liegen oder stehen die Moai herum und man ist sich nicht sicher was passiert ist, da einige fertig sind. Andere sind noch nicht ganz aus dem Felsen herausgearbeitet. Teilweise liegen sie, teilweise stehen sie und manche sind großteils unter der Erde und nur der Kopf schaut heraus. Man kann auch wieder zum Kraterrand gehen und sieht im Krater einen See und wilde Pferde betrachten. Auch hier stehen und liegen Moai herum, nur leider ist der Teil gesperrt und man kann sie im Krater nur von weitem betrachten.
Nach dem Essen machen wir uns auf zum "Ahu Akivi". Das sind die einzigen Moai die nicht ins Insel innere blicken, sondern Richtung Meer. Auf unserem Weg weiter Richtung Westküste bleiben wir noch bei "Ana Te Pahu" stehen. Dies ist ein Höhlensystem das ca. 100m lang ist. Wir erkunden nur die ersten paar Höhlen und sind begeistert.
Danach fahren wir ganz an die Küste, wo wir noch den "Ahu Tepeu" ansehen. Hier wird es aber dunkel und wir starten die langsame Rückfahrt über die schlechte Küstenstraße.
Chile - Osterinseln - Tag 2


3. Tag:
Da der Sonnenaufgang gestern nicht so toll war, fahren wir heute wieder zum "Ahu Tongariki". Heute haben wir mehr Glück und der Himmel färbt sich Orange. Danach erkunden wir die Ahu's an der südlichen Küste.

Jetzt bleibt noch die Nordseite der Insel zu erkunden. Hier finden wir noch einen kleinen Strand namens "Ovahe", sehr schön, einsam und von Klippen umgeben. Leider liegt hier sehr viel angespülter Müll. Danach fahren wir weiter zum "Ahu Nau Nau" am größten Strand der Insel namens "Anakena". Hier ist ein sehr großer Strand mit Palmen und einigen Moai. Ein wirklich toller Anblick. Auch das Wasser ist sehr klar und lädt zum Baden ein. Leider haben wir nichts mit und der teilweise kalte Wind hält uns davon ab. Wir sind nach soviel Moai und ständigem aus und einsteigen ziemlich müde und machen uns auf Richtung Campingplatz.
Nach einem Bier und stärkendem Abendessen starten wir noch zum "Ahu Hanga Kio'e". Dort gibt es fotogene Klippen und einen Moai. Wir haben Glück und können einen super Sonnenuntergang bewundern. Wobei ich Sylvia mit Brandon, einen andere Ami vom Campingplatz alleine lasse, während Robert und ich uns fotografisch austoben. Heute hatten wir wettertechnisch alles, von Sonne über Regen und am Abend noch teilweise Wolken, die uns diesen farbenprächtigen Sonnenuntergang bescherten.
Chile - Osterinseln - Tag 3


4. Tag:
Nach zwei Tagen wo wir sehr früh aufgestanden sind, bleiben wir heute liegen. Das Wetter ist gut und wir wandern zum "Ahu Vinapu". Dieser ist am Ende des Flugfeldes. Wir interessieren uns nicht mehr so sehr für die umgefallenen Moai, dafür sind die Klippen umso interessanter. Das Wetter wird schlechter und die ersten Regentropfen fallen vom Himmel. Wir haben aber Glück und werden zurück nach Hanga Roa, die Stadt, mitgenommen.
Am Abend starten wir nochmal zum "Ahu Tahai" wo wir einen schönen Sonnenuntergang ansehen.
Chile - Osterinseln - Tag 4


5. Tag:
Heute haben wir keinen wirklichen Plan. Da es immer wieder regnet bleiben wir den Vormittag über am Campingplatz.
Am Nachmittag starten wir Richtung "Puna Pau", der Hutfabrik der Moai. Dort wurden anscheinend die Hütte, die teilweise eine andere Farbe haben, hergestellt. Daneben ist noch ein Vulkan mit drei Kreuzen darauf, diesen erklimmen wir auch noch. Der Blick von oben ist super. Man kann auf der einen Seite über Hanga Roa und auf der anderen Seite, ins Insel innere und dahinter die anderen beiden höheren Vulkane sehen. Leider ist es sehr windig und es ziehen dunkle Regenwolken auf, die auch immer wieder eine Ladung abgeben. Daher treten wir unseren Rückweg an. Beim Abstieg sehen wir noch einen kleinen runden Wald, genau im Krater. Schaut super aus. Wir müssen auch nicht lange gehen. Wie schon beim Weg hierher, werden wir beim Rückweg von einem Auto mitgenommen.
Chile - Osterinseln - Tag 5


6. Tag:
Heute wollen wir's nochmal wissen. Mit dem Taxi fahren wir ein Stückchen ins Inselinnere. Von hier starten wir Richtung größtem Vulkan, Maunga Terevaka 511m, auf der Insel. Eine Stunde später sind wir schon am windigen "Gipfel". Es gibt zwei Krater und der Blick von dort ist super. Man kann zum östlichen Ende der Insel, mit dem Vulkan Puakatiki 410m, sehen und im Süden die Stadt Hanga Roa und dahinter den Vulkan Rano Kau 324m erblicken. Auch mit dem Wetter haben wir heute Glück, es ist teils sonnig, teils wolkig, nur der Wind ist unglaublich stark und reißt uns fast von den Beinen.
Nach einem sehr schnellen Abstieg kommt uns schon das Taxi entgegen und wir fahren zurück zum Campingplatz. Dort sind wir nämlich beim Besitzer zum Essen eingeladen. Heute ist Nationalfeiertag und da kommen Verwandte und es wird gegrillt. Auf einem selbst gemachten Griller werden Fleischspieße gegrillt und daneben werden in einem ebenfalls selbst gebautem Ofen Empanadas gebacken. Mit diesen Köstlichkeiten werden wir dann vollgestopft, bis nur mehr ein wenig Bier und Bowle reinpasst.
Chile - Osterinseln - Tag 6


7. Tag:
An unserem letzten Tag konnten wir leider nicht mehr viel unternehmen. Es hat immer wieder geregnet und so waren wir beschäftigt mit Sachen trocknen und darauf warten, dass das Zelt trocken wird. Zu Mittag waren wir wieder beim Besitzer eingeladen. Die feiern ihren Nationalfeiertag nämlich 3 Tage.
Ein kurzer Spaziergang ging sich noch aus und dann starteten wir Richtung Flughafen, wo um ca. 18 Uhr unser Flieger startetet.

Zusammenfassend kann man sagen, die Osterinseln sind auf jeden Fall eine Reise wert. Es gibt so viel zu sehen. Ist eines der Highlights bis jetzt. Eine Woche ist genau richtig, dann muss man nicht jeden Tag von früh bis spät von einem Sight zum nächsten laufen. Außerdem kann sein, ist wahrscheinlich sicher so, dass das Wetter mal nicht so gut ist und da ist es dann schön, wenn man einfach im Trockenen sitzen kann und Zeit hat zu warten bis es wieder schöner wird. Was uns noch aufgefallen ist, die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit.

Dienstag, 11. September 2012

Valparaiso, wo die Künstler wohnen

Eine der schönsten Passstrecken hat uns von Mendoza - Argentinien, quer über die Anden, nach Valparaiso - Chile an die Pazifikküste gebracht. Man fährt von ca. 800m auf 4000m, am höchsten Berg Südamerikas, dem Aconcagua, vorbei und auf der anderen Seite runter auf Meeresniveau.
In Valparaiso haben wir mit dem Wetter leider wieder kein Glück. Nur der erste Tag war wirklich schön. Da haben wir an einer "Tour 4 Tips" teilgenommen. Das ist eine gratis Stadtführung und man gibt am Schluss einfach ein Trinkgeld, soviel man eben denkt das es wert war. Die Tour war super, da sie keine normale Touri-Tour war, sondern eine von einem einheimischen Studenten geführte Tour war. Somit haben wir auch ganz andere Ecken gesehen. Die Stadt ist wirklich super. Zwar sehr dreckig, etwas gefährlich, aber es gibt 44 Hügeln die sozusagen jeweils die Nachbarschaft darstellen. Die Häuser sind in die teils sehr steilen Hügel hineingebaut und dazwischen gibt es zahlreiche Stiegen. Eine Alternative zu den Stiegen sind die 17 "Schrägaufzüge", wobei nur mehr 3 davon funktionieren.
Leider war das Wetter nur einen Tag gut. Am nächsten war es schon wieder sehr kalt und bewölkt, also Museumstag. Wir machen uns auf, durch steile kleine Straßen, auf einen Hügel, um eines von drei Häusern von Pablo Neruda zu besichtigen. Er war der bedeutendste Schriftsteller Chiles und bekam 1971 den Literaturnobelpreis. Das Haus ist ein Wahnsinn. Ganz oben auf einem Hügel, 4 Stockwerke hoch, ein Blick über ganz Valparaiso und die Bucht und mit Mitbringsel aus der ganzen Welt eingerichtet. Fotografieren war drinnen leider verboten.
In der Stadt könnte man Jahre verbringen und immer wieder etwas neues entdecken. Die Hauswände sind voll von wirklich künstlerischen Graffitis, die Straßen teilweise dreckig, aber die Leute sehr freundlich.

Unser nächstes Ziel sind die Osterinseln. Dorthin starten wir am Mittwoch.
Chile - Valparaiso

Mendoza, da wo der Wein herkommt

Der Weg von den Iguazufällen nach Mendoza wäre eigentlich einen eigenen Beitrag wert, aber machen wir's kurz. Die Busfahrt dauerte 37h.
YEAH!!! Ein Bus, zwei Touris, 5 kalte Mahlzeiten, Wasser in den Beinen...
Ja so ungefähr ist die Kurzzusammenfassung. Insgesamt war es aber dann gar nicht so schlimm. Wir kamen, bis auf die dicken Füße ganz gut und munter in Mendoza an. Unterkunft war auch bald gefunden. Und so machten wir uns gleich auf ins Zentrum. Koffeinpegel war zu niedrig und hier waren wir richtig. Überall guter Kaffee! Nur das Wetter spielte nicht so mit. Mendoza hat ca. 300 Sonnentage im Jahr. Wir haben es geschafft, das wir 3 Regentage hatten. Darum haben wir außer Kaffeehaussitzen, Park besichtigen und ein wenig durch die schönen Straßen mit ihren unglaublich vielen Geschäften spazieren nicht viel gemacht. Wenn das Wetter schön ist und die zahlreichen Cafes mit ihren Terrassen gut besucht sind, ist Mendoza sicher eine noch schönere Stadt, als wir sie erlebt haben.
Einen Ausflug haben wir dann doch gemacht und zwar nach Maipu, ein Weinanbaugebiet in der Nähe von Mendoza.
Mit dem  Bus gings in das Dorf. Dort angekommen bekamen wir einen Schreck, wie hässlich es hier ist. Wir dachten an die Südsteiermark, Weinberge, kleine Winzer, ... Hier war es flach, staubig und nach 1km Fußmarsch erreichten wir unseren Weinbetrieb zum Besichtigen. Ein riesen Betrieb mit 200 Angestellten. Sehr schön hergerichtet mit Weinmuseum und Halle mit riesigen Holzfässern wo der Verkauf und die Verkostung stattfand. Die Tour war kurz und die Verkostung noch viel kürzer. Ein mickriges Gläschen roten Malbec durften wir kosten. Dafür konnten wir das Eintrittsgeld auf den Kopf hauen und für den Wert Wein kosten oder mitnehmen. War ganz nett, aber ein wenig mickrig die Verkostung. Danach gingen wir weiter zu einem Betrieb der Olivenöl, Schokolade und Liköre herstellt. Das war dann schon eher für uns. Kurze Führung und dann ganz viel Verkostung. Sehr gute Öle und Schoki. Danach gings auch wieder schnell zurück nach Mendoza, das Wetter war einfach zu grauslich.
Da wir die örtlichen Cafes schon kennen und wir nicht länger auf schönes Wetter warten wollen fahren wir schon früher weiter nach Chile.

Montag, 3. September 2012

Iguazufälle, warum muss ich dauernd auf's Klo?!

Für euch liebe Leser, scheuen wir keine Mühen und Kosten, wieder einmal. Wir sind quer durch das Land gereist, genauer gesagt 24h Busfahrt mit 3 Bussen, nur um in das 3-Ländereck Argentinien, Brasilien und Paraguay zu gelangen. Grund für die weite Fahrt, die Iguazufälle. "Einer" der größten Wasserfälle der Welt. Wobei nicht die Höhe enorm ist, sondern die Wassermasse.
Wir nehmen uns einen Tag Zeit für die argentinische Seite und einen für die brasilianische.

Am Morgen des ersten Tages gehts gleich los mit dem Bus zum Eingang. Ca. 30€ für Bus und Eintritt und man ist dabei. Und gleich starten wir zum ersten Rundweg. Es gibt 3 Wege, um die verschiedenen Fälle zu besichtigen und einen zusätzlichen Wanderweg zu einem kleinen Wasserfall wo man baden kann. Wir sind die ersten am Weg und haben somit die Aussichtsplattformen für uns alleine. Und schon die erste Plattform ist wahrscheinlich die schönste. Wir wandern die verschiedenen Wege durch und fahren auch mit einem Boot zu einer kleinen Insel im Zentrum. Als Highlight besuchen wir noch den letzten Rundgang. Dieser führt uns zum Garganta del diablo - Teufelsschlund. Dies ist ein hufeisenförmiger Wasserfall und ist wohl das gewaltigste und beeindruckenste Naturschauspiel das wir bis jetzt gesehen haben. Als Abschluss wollen wir noch die 3km Wanderung zum Wasserfall mit Bademöglichkeit machen. Am Wasserfall müssen wir aber feststellen, dass der Weg runter zum Pool versperrt ist. Also zurück ohne Baden. Nach ca. 9h sind wir wieder zurück und sehr müde. Waren doch ca. 17km Wanderung.


Am zweiten Tag fahren wir mit dem Bus über die Grenze nach Brasilien und schauen uns diese Seite an. Auf der brasilianischen Seite gibt es nicht so viele Wanderwege. Es gibt eigentlich nur einen Weg zur Besichtigung der Fälle und ein paar andere Wanderungen durch den Dschungel. Der eine Weg bietet aber unglaubliche Ausblicke auf die argentinische Seite der Fälle, da man immer gegenüber der Wasserfälle entlang wandert. Heute wollen wir nicht mehr so viel wandern und sind nach 7h wieder zurück.


So richtig beschreiben kann man das nicht. Auch die Bilder können das nicht wiedergeben. Es ist einfach unglaublich welche Wassermassen hier herabstürzen und wie schön, eigentlich kitschig, das Ganze ist.
Auf der argentinischen Seite ist man ganz nahe an den Fällen und kann direkt in den Teufelsschlund blicken. Auf der brasilianischen Seite hat man dafür dauernd den wunderschönen Ausblick auf die argentinischen Fälle. Tiere sieht man, wenn man die anderen Wanderungen macht, auf der brasilianischen Seite wahrscheinlich auch mehr. Wir haben Affen, ganz viele Schmetterlinge, Vögel, Kappenblauraben, Nasenbären und "Riesenmeerschweinchen" gesehen.
Uns gefällt die brasilianische Seite Aufgrund des Ausblickes besser.
Fest steht, dauerndes Rauschen und die Wassermasse führen zu einem erhöhten Harndrang (Somit ist auch die Überschrift erklärt).

Jetzt starten wir in einer 36h Busfahrt nach Mendoza. Weinanbaugebiet wir kommen. Winzer, sperrt eure Keller zu, verkorkt eure Flaschen...

Donnerstag, 30. August 2012

Roadtrip - Tren al las nubes, Salinas Grandes, 7 Colores

Über 3 Monate ohne Auto, das darf nicht sein. Da darf ich ja gar nicht mehr in meiner Arbeit erscheinen.
Es wird Zeit für unseren ersten Roadtrip. Wir mieten uns ein Auto für 2 Tage. Ziel ist die Strecke entlang der Eisenbahn "Tren al las nubes", dann weiter zu Salzseen und schließlich noch die 7 farbigen Berge, bevor es zurück nach Salta geht.
Mein Wunsch nach einer V8 Heckschleuder wurde leider vom Finanzminister abgelehnt, aber wir haben so etwas ähnliches gekommen. Ford Ka 1.6, ich bekomme feuchte Augen, ein Traum jedes Benzinbruders. Unsere Rucksäcke füllten den Kofferraum und die komplette Rückbank, aber vorne hatten wir noch ein wenig Platz. Also Schuhlöffel bereithalten und einsteigen und dann ging es auch schon los.
Nach einem kurzen Verfahrer waren wir aber auch gleich auf der richtigen Straße und konnten bald wunderschöne Landschaft genießen. Wir fahren einen Fluss entlang und kreuzen immer wieder die Zugschienen. Die Landschaft bietet zuerst Kakteen, Bäume und Sträucherzeugs und irgendwann schrauben wir uns wieder in die Höhe, bis auf einen Pass auf 4000m. Hier gibt es nur noch kleine Kakteen und viel Sand und Landschaft. Nach 3h kommen wir zu unserem ersten Highlight, dem Viaducto la Polvorilla auf 4200m. Einem Bahn-Viadukt über eine Schlucht. Wirklich ein atemberaubender Anblick.
Danach gibts Fahrer wechsel und Sylvia darf ihre Fahrkünste auf den nächsten 80 Schotterkilometern beweisen, bis wir zu den großen Salzseen kommen. Die beeindrucken uns nicht so sehr, da haben wir in Bolivien größere ganz nah gesehen. Die Strecke selbst ist aber schön.
Wir fahren weiter, haben wir doch noch ca. 70km und einen Pass zu bewältigen. Genau oben am Pass ist ein Geocache und wir sind zum Sonnenuntergang oben. Sehr schön, aber kalt. Darum gehts schnell weiter, eigentlich langsam. Wir müssen nämlich den sehr kurvenreichen Pass in der Dunkelheit runter. Aber auch das schaffen wir und finden schließlich in Purmamarca noch ein Hostel. 
Hunger haben wir auch noch, drum suchen wir noch ein Restaurant. Das Essen ist sehr gut, nur die Liveband macht den Wein sauer. Darum hab ich gleich zwei Videos gemacht. Bildqualität ist schlecht, aber es geht ja um den "Hörgenuss".
Purmamarca ist auch wieder so ein Ort, wo man merkt, was der Tourismus alles kaputt machen kann. Wir haben es bei der Zimmersuche schon gemerkt, es gibt nur Nobelschuppen und fast keine Budgethostels. Das Gebiet "Quebrada de Humahuaca" wurde 2003 von der UNESCO zum Weltkurlturerbe erklärt. Grund ist eine wunderschöne Schlucht, mit 7 färbigen Felsen. Wo UNESCO Weltkulturerbe drauf steht, sind überhöhte Preise, Touristenmärkte und Busse mit Horden von Tagesgästen drin. Da wir aber mit dem eigenen Auto unterwegs sind, können wir dem Ganzen entkommen. Wir starten schon um kurz nach 7 mit der kleinen Wanderung. Die Sonne geht gerade auf und wir können die bunten Felsen im besten Licht betrachten. Und die kleine Runde durch die Schlucht ist wirklich schön. Wir haben noch nie solch bunte Felsen/Berge gesehen. Nach einem Frühstückskaffee sind wir wieder startklar und es geht weiter durch Tilcara bis nach Humahuaca. Dort "endet" die Schlucht und geht in die weite Ebene der Puna über. 
Hier wollen wir telefonisch einen Bus für den nächsten Tag bestellen. Dann müssen wir nämlich heute nicht mehr nach Salta zurück. Aber das ist nicht so leicht. Die Reservierungshotline will von Reservierungen nichts wissen. Die örtliche Touristeninfo hat kein Telefon... Also treten wir doch die Fahrt zurück Richtung Salta an. Und die Landschaft durch die wir fahren ist einfach unglaublich. Zuerst gibt es noch bunte Felsen und 70km später wählen wir von San Salvador de Jujuy die romantische Strecke nach Salta. Wir fahren durch Landschaft, die an Österreich erinnert. Seen, Wälder und Wiesen. Die Bäume werden aber dann doch etwas anders als in Österreich. Als wir über einen Pass fahren, schauen die Bäume aus, als wären sie aus einem Märchenwald. 
Am Nachmittag sind wir wieder in Salta und geben das Auto ohne Probleme zurück.
Die zwei Tage mit einem Auto unterwegs zu sein war wirklich toll. Und Geocache konnten wir auch ein paar machen :-) Und die Landschaft durch die wir gefahren sind ist wirklich sehr schön und abwechslungsreich. 

Salta, la linda - die Schöne

Nachdem wir Cachi verlassen haben, geht es mit einem "Taxi" zurück nach Salta. Das Taxi ist ein VW, besetzt mit 4 Personen und einem Fahrer und kostet nicht mehr als der Bus. Komisch, ist aber so. Und dazu hatten wir Glück, wir haben das Discotaxi erwischt. Da gabs einen Remix von so ziemlich allem was man sich aus den letzten 20 Jahren vorstellen kann. Im Cachi Beitrag hab ich noch ein Video von der Fahrt geposted, eigentlich wegen der Landschaft, aber die Musik ist auch zu hören.

Auf Salta haben wir uns schon total gefreut. Eine sehr schöne Stadt mit Cafes und einem netten Flair. Und das Beste, es war so schön warm als wir vor drei Tagen hier waren. Als wir jetzt ankommen, laufen alle mit Jacke herum und es ist kalt. Verdammt!
Wir schauen uns trotzdem die Stadt an und machen auch einen Ausflug auf den Hausberg, mit Seilbahn.
Sonst machen wir nicht viel. Wir kennen fast alle Cafes am Hauptplatz, die Küche im Hostel wurde fleißig genutzt und Kirchen haben wir auch die meisten angesehen.

Samstag, 25. August 2012

Cachi - wie man keinen Berg erklimmt

Update 26.8.2012:
Jetzt hab ich doch glatt vergessen etwas zu erwähnen. Die Fahrt von Salta nach Cachi ist ein eigenes Highlight in der Region. Zuerst säumen große bewachsene Bäume den Wegrand. Diese verschwinden und es tauchen Kakteen und viel rote Landschaft auf. Die Kakteen haben nicht das Fensterbank Format, sondern sind Meter hoch. Die Straße wird kurvig und schraubt sich auf über 3000m in die Höhe. Oben angekommen gehts auf kerzengeraden Straßen dahin, bis sich nach der Hochebene die Straße wieder nach unten windet. Die Landschaft ist wunderschön hier und vor Allem so unnatürlich für uns. Und weit vor Cachi sieht man schon den Nevada de Cachi mit seinen vielen über 6000m hohen Gipfeln über Cachi thronen. Weils so schön ist, hab ich noch ein paar Bilder zum Album hinzugefügt. Und ein Video von der Rückfahrt hab ich auch noch anzubieten. Wir waren übrigens mit dem Discotaxi unterwegs :-)

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Mit dem Bus fahren wir in 12h von San Pedro de Atacama in Chile nach Salta in Argentinien. An der Grenze wird wieder alles geröngt, die Cocablätter bleiben aber unentdeckt.
Die Fahrt führt durch wunderschöne, karge Bergwelt und über einen hohen Pass. Erst gegen 22 Uhr kommen wir in Salta an. Es ist sehr warm hier, sind wir gar nicht mehr gewöhnt. Salta liegt auch nur auf 1200m. Das ist seit ca. 3 Monaten unsere erste Nacht auf unter 2000m!
Die Nacht ist sehr kurz, da wir um 7 Uhr den Bus nach Cachi erwischen wollen. Nur sagt uns die Dame am Empfang im Busbahnhof, dass die Agentur zu hat und erst um 15:30 ein Bus fährt. Aber warum? Um 7 Uhr geht doch auch ein Bus?! Das stimmt, aber es ist schon 7:30. Verdammt, von Chile nach Argentinien muss man die Uhr eine Stunde vorstellen. Hat uns keiner gesagt, also Bus verpasst. Ok wir versuchen die andere Möglichkeit nach Cachi zu fahren, mit Remises. Das sind Sammeltaxis, die zu gewissen Zeiten starten, oder wenn sie voll sind. Mit dem kompletten Gepäck starten wir die Suche nach dem Abfahrtsort der Autos. 4 sagen hier, 2 sagen da. Wir laufen durch die ganze Stadt und schlussendlich erfahren wir, dass heute nur ein Auto, am Nachmittag fährt. Also zurück zum Busterminal und ein Ticket für den Nachmittagsbus sichern, ist nämlich billiger als mit dem Auto.
Danach schauen wir uns noch den Hauptplatz von Salta an.
In Cachi kommen wir erst um 20 Uhr an. Hostel ist schnell eines gefunden, aber nur für eine Nacht. Danach ziehen wir um in ein Hostel mit Küche. Ist billiger und wir können endlich selbst kochen. Ist nach der teuren Woche in San Pedro nötig für's Budget.
Hier gibt es einen schönen Hausberg mit 9 Gipfeln, wobei der höchste über 6300m hat. Wir merken aber schnell, das uns das zu schwierig werden könnte, liegt doch immer Schnee auf den höheren Gipfeln. Also überlegen wir uns eine Wanderung zu einer kleinen Lagune auf über 5000m. Aber auch das gestallte sich sehr schwierig. Es gibt keine Karte von dem Gebiet, keine Wegbeschreibung, die einzige Agentur im Ort ist immer geschlossen und die Touristeninfo hat wirklich von gar nichts eine Ahnung. Nur den Bus zum Startort können sie uns sagen und das scheint Schweißperlen auf deren Stirn zu treiben. Mit dermaßen wenig Info ist es uns zu gefährlich einfach los zugehen und wir beschließen die Berge hier sein zu lassen.
Dafür machen wir eine kleine Wanderung auf einen Aussichtsberg und genießen die Aussicht über die Weinanbaugebiete und den Nevado de Cachi. Richtig gelesen, hier gibt es Wein und zwar einen der am höchsten angebauten Wein der Welt.
Da wir den Nev. de Cachi nicht besteigen, machen wir eine kleine Wanderung zu Ruinen am Fuß des Berges in der Nähe von Las Pailas. Dafür starten wir um 7 Uhr mit dem Bus bis in ein kleines Dorf. Von dort machen wir uns auf den Weg in irgendeine Richtung, da wir überhaupt keine Ahnung haben wo die Ruinen eigentlich sind. Eine Dame zeigt uns die Richtung und nach 50min sind wir bei einem kleinen Haus, wo uns wieder die Richtung zu einem großen Stein gewiesen wird. Dort in der Nähe sind die Ruinen. Mehr durch Zufall stolpern wir wenig später über ein paar Steine und Steinschalen. Ok, haben wir das auch gesehen, auf gehts zurück, Richtung Bus. Da wir aber auf diesen noch 3h warten müssen, starten wir den 16km Rückweg zu Fuß. Nach einiger Zeit werden wir aber zum Glück von einem Lastwagen bis Cachi mitgenommen.
Dort gehen wir gleich zu einer Bodega. Das ist ein kleines Weingut, das man besichtigen kann. Besichtigung ist schnell vorbei, es geht zur Verkostung. Wir bekommen 2 Rotweine kredenzt, beide kalt und die Flaschen dürften schon länger offen sein. Wir spielen "Noagal-Trinker". Der Wein ist wirklich nicht gut. Da bekommt man im Cafe einen im Ort einen besseren.

Morgen wollen wir wieder nach Salta fahren. Dort gibt's noch einiges zu sehen, oder auch nur den Flair der Stadt zu genießen.

Freitag, 24. August 2012

San Pedro de Atacama - Laguna Miscanti Miniques

Wir haben Besuch. Jan und Caro sind auf ihrem Peru-Chile Urlaub in San Pedro de Atacama angekommen und wir haben sie schon erwartet.
Da gehts gleich zum gemeinsamen Essen. Leider haben sie für den nächsten Tag schon etwas anderes geplant und wir machen die Salar de Tara Tour alleine, aber am darauf folgenden Tag machen wir zusammen mit ihrem Auto einen Ausflug.
Unser erstes Ziel ist eine Lagune im Parque Nacional los Flamengos. Wir fahren durch eine unwirklich wirkende Landschaft und halten mitten in der Salzwüste. Dort gibt es Lagunen und eine Menge Flamingos zu beobachten. Danach fahren wir wieder aus der Salzwüste und weiter Richtung Süden, bis zu den beiden Lagunen Miscanti und Miniques. Diese liegen auf ca. 4000m und sind von wunderschönen Bergen umringt. Hier sind wir wirklich in einer Postkartenlandschaft, einfach wunderschön.
Danach machen wir uns auf den Rückweg und lassen den Ausflug und den Besuch bei einem Abendessen ausklingen.
War wirklich nett, nach 3 Monaten wieder jemand von Zuhause zu treffen. Und ein paar Caches konnten wir auch gemeinsam finden.


Dienstag, 21. August 2012

San Pedro de Atacama - Salar de Tara

Da wir Zeit haben, wollen wir auch die wunderschöne Umgebung von San Pedro erkunden. Es gibt zahlreiche Touren. Wir entscheiden uns für eine, von Touristen weniger gefragte Tour. Wir wollen die Salar de Tara erkunden.
Wir buchen eine eintägig Tour. Sie ist so teuer wie die 3 tägige Tour durch die Salar de Uyuni in Bolivien. Die Preise hier sind doch etwas anders als gewöhnt.
Wir sind nur zu viert und starten um 9 Uhr mit unserer Fahrt.
Unser Guide ist sehr nett und erklärt uns auch extrem viel über die Geschichte von Chile, die Wirtschaft, Leute, usw. Wann immer wir wollen können wir stehen bleiben und Fotos machen.
Innerhalb von 40 Minuten fahren wir von 2400m auf 4800m. Cocablätter kauen ist also angesagt! Die Landschaft ist wirklich fantastisch. Die ersten 100 km fahren wir auch geteerten Straßen, danach gehts ab in die Pampa, auf Schotter- und Sandpisten, weitere 30 km. Wir halten an riesigen Steinsäulen, Kathedralen aus Stein und schließlich an Salzseen. Die Landschaft ist sehr karg, hat aber zwischendurch immer wieder starke Kontraste in Form von Flüßen, Lagunen, Grasbüscheln zu bieten. Außerdem sehen wir einige Vicunas, Flamingos und Vizcacha (Hasen mit kurzen Ohren und Ringelschwanz).
Der Ausflug war zwar teuer, aber die Eindrücke die wir hier gewonnen haben, waren es auf jeden Fall wert.

San Pedro de Atacama und Umgebung

Jetzt sind wir in Chile, genauer gesagt in San Pedro de Atacama. Der Ort ist in den letzten Jahren von ca. 1000 Einwohner auf ca. 4000 angewachsen. Hauptgrund dürfte der Tourismus sein.
Wir empfinden es hier als extrem teuer, aber das gönnen wir uns. Wir machen hier wieder einmal Urlaub und warten auf Jan und Caro, die sollten in ein paar Tagen, auf ihrer Peru-Chile Reise, vorbeikommen.
Wir leihen uns ein Fahrrad aus und erkunden die Umgebung. Zuerst fahren wir zu den Ruinen von "Pukara Quitor". Nicht so interessant, aber es gibt auch einen Aussichtspunkt, und von dem hat man einen super Blick auf die wirklich atemberaubende Landschaft. Vulkane, rot zerklüftete Felsformationen, Sanddünen und Wüste. Danach gehts bei viel Gegenwind zum "Vale de la Luna". Dort gibts eine Höhle zu besichtigen und unwirkliche Felsformationen, wo wir den Sonnenuntergang abwarten.
Nach diesem Ausflug machen wir 2 Tage eher wenig. Wobei am ersten Tag ein so heftiger Sandsturm durch die Straßen fegt, dass man nicht mal im Innenhof des Hostels die Hängematten genießen kann. 
Am Samstag machen wir um 21 Uhr eine Astronomie-Tour bei Spaceobs. Die Gegend hier ist bei Astronomen sehr beliebt, da es sehr viel klare Nächte gibt und der Himmel sich für Sternenbeobachtung sehr gut eignet. Es ist auch ein großes Projekt im entstehen namens ALMA. Bei der Tour erfahren wir eine Menge. Zuerst über die Geschichte der Astronomie, Sternbilder, ... danach können wir mit 10 Teleskopen verschiedenste Dinge am unglaublich klarem Nachthimmel beobachten. Die Tour ist wirklich sehr interessant und empfehlenswert.

Freitag, 17. August 2012

Salar de Uyuni - Salz, Wüste, Vulcane, Gysire und -15°

Ein Bus bringt uns in 4h von Potosi nach Uyuni. Und die Stadt ist noch hässlicher als Potosi. Aber wir finden schnell eine Unterkunft und machen uns gleich auf die Suche nach einer Agentur für die Tour zum "Salar de Uyuni".
Wir buchen eine 4 Tagestour, die in Chile endet und somit haben wir den Grenzübergang auch gleich dabei.
Um 10 soll's losgehen, aber es herrscht Verwirrung. Heute sind Wahlen und darum hat die Polizei die Straßen aus der Stadt abgesperrt, d.h. die Touren können nicht starten. Wir sind zu fünft, 1 französisches Pärchen, ein Schweizer und wir beide. Wir werden alle zum Haus der Agenturschefin gebracht, dort kommt das Gepäck aufs Dach neben der Kühlbox und den beiden Reservekanistern und wir finden Platz im großen Toyota Land Cruiser V8. Unser Fahrer ist Carlos. Und dann gehts auch schon los.
Über kleine Straßen schlängeln wir uns an den Stadtrand und dann durch Steppe und über die Bahngleise und dann haben wir auch schon die Hauptstraße erreicht und keine Polizei hat uns aufgehalten. Die Tour kann starten, nur den Zugfriedhof haben wir ausgelassen, dort hätten wir die Polizeisperre passieren müssen. Egal, wir starten gleich Richtung Salzwüste. Zuerst kommen wir in das kleine Dorf Colchani, dort beginnt die Salzwüste und dorthin wird auch das Salz aus der Wüste hingeliefert. Ab hier sind wir auf Salz unterwegs. Es schaut lustig aus und unvorstellbar. Alles ist weiß und am Horizont sieht man Berge. Auf der weißen Oberfläche findet man ca. 1m hohe Salzpyramiden. Das Salz wird hier gehäuft und nach einer Woche ist das Wasser abgelaufen und das Salz wird abtransportiert und anschließend abgefüllt und in Bolivien verkauft.
Wir fahren weiter und es ändert sich nicht viel, nur der Berg am Horizont wird allmählich größer. Der Berg, eigentlich ein Vulkan namens Thunupa, ist unser Ziel für die erste Nacht. Dort liegt ein kleines Dorf. Wir haben noch Zeit vorm Sonnenuntergang und können am Rand des Salzsees herum wandern und unsere ersten Flamingos beobachten. Super! Und dann genießen wir noch den Sonnenuntergang, der herrliche Farben zaubert. Danach gehen wir schnell in die Unterkunft, denn es wird bitter kalt.

Nach einer kurzen Nacht, starten wir nach dem Frühstück, um 6 Uhr Richtung Aussichtspunkt am Vulkan. Ganz zum Gipfel können wir leider nicht, das dauert zu lange, einen schönen Blick über den Salzsee und auf den Vulkan haben wir trotzdem.
Nachmittags fahren wir wieder über den See zur Insel "Isla Incahuasi". Eine kleine Insel mitten im Salzsee, mit riesigen Kakteen. Dort kommt noch ein Spanier zu unserer Gruppe dazu. Danach verlassen wir den Salzsee und nächtigen am Rand, in einem Salzhotel. Dort sind die Wände und das Bett aus Salz - sehr nett.
Am 3. Tag ist das Thema Vulcane und Lagunen. Wir fahren durch Wüste, meist auf über 4000m, durch wunderschöne, karge Landschaft und sehen sehr viele Vulkane, darunter auch viele aktive. Mittagessen gibt es an einer Lagune, umringt von Vulkanen und vielen Flamingos. Danach geht's noch weiter zu einigen wunderschönen Lagunen und vielen Flamingos. Unser letztes Ziel für heute ist die Laguna Colorada. Diese Lagune ist Aufgrund von Algen rot und schaut im letzten Abendlicht super aus. Unsere letzte Unterkunft liegt direkt an der Lagune und ist sehr einfach. Wir haben ein 6er Zimmer . Ist auch gut so, dann wird es hoffentlich nicht so kalt. Hilft nicht so viel, am Morgen hat es 2° im Zimmer. Aber immer noch besser als die -15° draußen.
Um 6 Uhr starten wir wieder durch wunderschöne Landschaft. Wir kommen zu einem Gysirfeld, wo man nur am Morgen, bei Minustemperaturen die Fontäne der Gysire sehen kann. Sehr schön anzusehen . Laut und stinkig.

Danach geht's weiter zu heißen Quellen. Ein lustiges Bild. Hauptsächlich junge Traveler ziehen sich hier ihre Badesachen an und steigen ins heiße Bad, bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt. Wir haben nur 15min Zeit und daher lassen wir das Bad aus und sehen uns die schöne Lagune an. Dann fahren wir weiter zur letzten Station, der Laguna Verde, sie ist grün und ist vom Vulcan Licancabur überschattet. Danach werden wir zur Grenze gebracht und reisen aus Bolivien aus und weiter nach Chile. Dort wird unser Gepäck geröngt, um zu sehen, ob wir auch keine Lebensmittel mithaben. Sind da ziemlich genau die Chilenen.
Und dann haben wir's geschafft und sind in San Pedro de Atacama. Und man merkt, Chile ist sehr westlich. Es ist sauberer und die Preise sind sehr hoch, aber hier sind wir auch in einem der teuersten Orte von Chile.

Samstag, 11. August 2012

Potosi - Cerro Rico - Sie haben zu tief gegraben...

Vom schönen Sucre fahren wir in 4h nach Potosi. Die Stadt auf 4000m ist eine der höchsten der Welt und im Gegensatz zu Sucre gar nicht so schön.
Bekannt ist die Stadt durch den Reichtum den der Cerro Rico im 17. Jh. beschert hat. Im Berg wurden damals Unmengen an Rohstoffen gefunden, darunter sehr viel Silber. Die machte die Stadt zu einer der größten und reichsten der Welt. Davon ist heute nicht mehr viel übrig. Geschürft wird aber immer noch. Es arbeiten ca. 16000 Menschen im und rund um den Rohstoffabbau. Der Berg ist komplett durchlöchert. Es gibt ca. 500 Eingänge.
Ich möchte mir das unbedingt anschauen und sehen wie die Menschen hier leben und was es heißt im Berg zu schuften. Und wahrscheinlich, um zu begreifen wie gut es uns eigentlich geht. Sylvia ist zuerst nicht so begeistert, bucht aber trotzdem die Tour mit.
Wir starten um 9 und werden zuerst in Schutzkleidung und Gummistiefel gepackt. Danach gehts zum Miners-Market. Dort kann man Cocablätter, Trinken, Schnaps (96% Alk), Zigaretten und Dynamit!!! kaufen, als Mitbringsel für die Mineros. Dann gehts rauf auf den Berg. Wir stoppen auf 4300m bei einem Aussichtspunkt. Von hier starten wir den Rundgang durch die Minen. Das Ganze hat mit einem Showbergwerk wie bei uns nichts zu tun. Der Eingang ist ein Loch aus dem Schienen für die Trollys kommen. Wir werden noch darauf hingewiesen, dass wenn ein Trolly kommt, wir von den Gleisen runter müssen und uns mit einer Fußlänge Abstand von den Gleisen zur Wand stellen sollen. Danach gehts in das schwarze Loch. Die Luft ist zuerst noch ziemlich kalt, aber klar. Nach ca. 100m würde ich so ca. 4° schätzen. Wir gehen weiter und die Tunnel werden immer kleiner, man muss sich bücken um weiter zu kommen. Von der Decke hängen Kabel und Druckluftschläuche für die Kompressorhämmer.
Ab und zu kommen ein paar Arbeiter vorbei. Ihre Backen sind dick ausgebeult und die Gesichter verschwitzt. Ein Lachen und einen coolen Spruch haben sie aber trotzdem drauf. Unser Guide ist eine Frau und da rennt natürlich der Schmäh. Die Backen sind dick von den Cocablättern. Die Mineros stopfen sich die Backen voll damit. Es hilft gegen Hunger, Durst und betäubt ein wenig. Dazu gibts den 96% Alkohol. Anders ist die Arbeit unter Tage nicht auszuhalten.

Wir gehen weiter, es wird wärmer und die Luft wird schlechter. Die Tunnel sind nur manchmal abgestützt und da sind die halben Balken gebrochen. Kein sehr vertrauen erweckender Anblick. Ein Belüftungssystem gibt es hier nicht. Es wird immer stickiger und wir kommen zu einem kleinen abgesperrten Gang. Drinnen treffen wir auf einen Minero. Es ist "sein" Gang und er und seine 4 Söhne arbeiten hier. Heute ist nur er hier. Er ist 54 Jahre alt und arbeitet seit 40 Jahren in der Mine. D.h. mit 14 hat er begonnen, so wie so viele hier. Er ist einer der älteren. Viele erleben ihren 40. Geburtstag nicht. Sie sterben vorher, meist an einer Lungenerkrankung. Er wickelt gerade Papierrollen, in diese kommt Nitrat und dann die Dynamitstange. Die erste aus der Gruppe bleibt zurück, ihr ist es schon zu stickig, wir ziehen weiter, bis wir zu einer Gruppe kommen, die gerade Erz in die Trollys schaufelt. Es hat ca. 40° und man kann fast nicht mehr atmen. Wenn die Trollys voll sind, 1,5t oder 2,5t, gehts los. Sie werden von Hand geschoben und das ziemlich schnell, wenns bergab geht einfach hinten aufspringen, bremsen ist nicht!

Am Weg zurück wirds nochmal richtig eng. Wir müssen durch einen ganz kleinen Gang kriechen. Spätestens hier verläuft einigen aus unserer Gruppe die Schminke. Man muss sich das mal vorstellen, manche Mädls schminken sich, wenns sie auf 4300m in eine der gefährlichsten und eigentlich für Touristen absolut nicht geeigneten Minen gehen! Ich hab ja gedacht das die Tour viel ärger wird und wir viel mehr kriechen und robben müssen, nachdem was ich gelesen hab, aber so komm ich wenigstens auch auf meine Kosten :-) Wir besuchen noch Uncle George, den Höhlengott, oder eigentlich den Teufel. Ihm opfern die Mineros Zigaretten, Cocablätter, Alkohol usw. Am Freitag nachmittag kommen sie für eine extra Zeremonie vorbei und trinken ein bisschen mehr als sonst.
Danach setzen wir unseren Weg Richtung Eingang fort. Nach ca. 2,5h sind wir wieder an der frischen Luft und können wieder richtig durchatmen und ich bin froh, dass die 2,5h vorbei sind!

Was hier eigentlich passiert kann ich nicht richtig verstehen. Wir haben auch nicht so viel gesehen. In dieser Woche sind nicht so viele Arbeiter hier, weil einige Feste sind. Einen kleinen Geschmack was die Mineros hier leisten, konnten wir sehen, aber was das heißt, in diesem Berg zu arbeiten und das mit 14 Jahren beginnend, ohne Aussicht auf ein besseres Leben, bis zum frühen Tod, kann sich bei uns keiner vorstellen. Es gibt eine Dokumentation "The Devil's Miner", in ihr wird die Geschichte der Kinder die in den Minen arbeiten erzählt. Der Film hat sehr viele Preise gewonnen und dafür gesorgt, dass viele Spendenaktionen entstanden sind, die versuchen den Kindern zu helfen. Sicher sehenswert und bringt vielleicht manche der (österreichischen) Suderanten wieder in Erinnerung, wie gut es uns geht.

Donnerstag, 9. August 2012

Sucre - die weiße Stadt und eigentliche Hauptstadt

Eine 12h Nachtbusfahrt brachte uns aus dem Moloch La Paz in die weiße Stadt Sucre.
Wir kommen um 6 Uhr morgens an und finden auch schnell ein Hostel.
Da wir nicht so müde sind machen wir uns gleich auf den Weg durch die Stadt.
Sucre ist eine der schönsten Städte Südamerikas und die eigentliche Hauptstadt von Bolivien. In La Paz, das immer für die Hauptstadt gehalten wird, ist nur der Regierungssitz.
Die Stadt ist sehr sauber und es gibt sehr viele Kirchen, die großteils ganz weiß sind, so wie viele der Gebäude hier.
Eine Sehenswürdigkeit ist der Friedhof. Dort sind riesige Gruften, neben ganz kleinen "Zellen". Lange Straßen, gesäumt von Palmen, durchziehen den Friedhof. Ein wirklich schöner Ort. Weiter gehts zu einem großen Park, in dessen Mitte ein kleiner Eiffelturm steht.
Danach ist es erst Mittag und wir machen uns gleich mit dem öffentlichen Bus auf zur nächsten Attraktion. Außerhalb von Sucre wurden neben dem Zementwerk Dinosaurierspuren entdeckt und ein kleiner Park/Ausstellung wurde erstellt. Von dieser Anlage aus hat man einen Blick auf die gegenüber liegende Wand, in welcher die Fußspuren zu sehen sind. Ist eigentlich ganz anders als wir erwartet haben, ist aber ein schöner kurzer Ausflug der sich auszahlt.
Somit haben wir fast alle Sights durch und am nächsten Tag machen wir uns gleich auf, um auf einen Aussichtsberg zu gelangen. Der Blick von oben ist nicht so toll, aber dafür finden wir einen Geocache :-) Durch Zufall sehen wir noch, dass man ein Kloster besichtigen kann und auch zum Dach des Klosters und der Kirche Zutritt hat. Von dort haben wir noch einen schönen Blick über die Stadt und in die wunderschönen Innenhöfe.
Die Stadt ist wirklich schön und man kann auch ganz angenehm einfach einen Kaffee oder Bier trinken, das klappt schon wieder. Auch schöne Gebäude sieht man immer wieder und ab und zu sieht man auch in einen Innenhof und die sind wirklich sehr schön und bei uns eigentlich völlig unbekannt.

Mittwoch, 8. August 2012

La Paz

Nun sind wir schon in La Paz. Hier hätten wir eigentlich auch Großes vorgehabt, sehr Großes - unser erster 6000er sollte hier gelingen. Da wir aber nicht fit sind, werden alle Wanderungen vorerst ausfallen.
D.h. in La Paz steht jetzt nur Shoppen und ein wenig Stadtbesichtigung an. Und natürlich erholen und wieder gesund werden, das ist jetzt das Wichtigste.
Der erste Sichtkontakt muss beschrieben werden.
Man fährt auf ca. 4000m durch eine Hochebene und gelangt nach El Alto. Das ist das Auffangbecken für Alle die den Traum der Großstadt leben wollen. Nur eigentlich ist es kein schöner Traum. Es ist kalt und der Wind macht die Temperatur nur noch unangenehmer. Es gibt nur selten (Trink)Wasser und Strom und die Stadt vor der Stadt hat schon beinahe dieselbe Einwohneranzahl wie La Paz, ca. 1 Million. Und dann fährt man auf den Rand eines riesigen Kessels zu und der erste Blick auf La Paz wird frei. Die Stadt wuchert im ganzen Kessel. Vom Rand bis zum Talboden, immerhin ca. 1000hm, ist alles mit Häusern zu gebaut. Ganz unten, hier ist das Reichen- und Geschäftsviertel, türmen sich Hochhäuser. Die Gebäude Richtung Kesselrand hinauf, werden immer armseliger.

Am ersten Tag steht gleich Kulturprogramm auf der Tagesordnung. Wir besuchen Kirchen, schöne Plätze und schlendern durch die Innenstadt. Auch am berühmten San Pedro Gefängnis wandern wir vorbei. Der Besuch für Touristen ist leider nicht mehr möglich.
Nächster Tag sollte eigentlich der Shoppingtag werden, aber irgendwie sind unsere Mägen dagegen und wir müssen noch einen Ruhetag einlegen.
Aber dann wirds doch noch was. Zuerst betrachten wir La Paz nochmal von einem Aussichtspunkt und machen Fotos, damit unsere treuen Leser auch den Anblick genießen können und dann suchen wir in verschiedenen Geschäften und Marktständen nach Alpaca-Pullover, Handschuhe, Socken, usw.
La Paz ist eigentlich ein großer Markt. Es gibt zwar die unterschiedlichsten Märkte, Schwarzmarkt, Hexenmarkt, ..., aber eigentlich wird überall auf der Straße alles mögliche verkauft.

Wir haben genug gekauft und bleiben noch bis Montag hier, um bei der Post ein Paket aufzugeben. Also Montag früh zur Post mit dem ganzen Zeug und oh Schreck, die Post hat zu, heute ist ein Feiertag. Jetzt stehen wir da mit unserm Zeug. Wir dachten schon unsere Rucksäcke werden leichter, aber leider noch nicht gleich. Wir versuchen unser Glück in Sucre, unserem nächsten Ziel.

Samstag, 4. August 2012

Sorata, der Weg auf's Klo

Unser nächstes Ziel heißt Sorata. Eine kleine Bergstadt auf ca. 2700m. Gemäßigtes Klima und umgeben von wunderschönen Bergen. Hier wollen wir eine 3 Tageswanderung zu zwei Lagunen machen. Wobei eine auf über 5000m liegt.

Vom Titicacasee starten wir mit dem Bus und steigen nach einer Fährfahrt über den See in Huarina aus. Dort müssen wir versuchen einen Bus nach Sorata aufzuhalten. Klappt dieses mal nicht so richtig. Daher machen wir uns ein Schild mit "Sorata" darauf. Die Einheimischen lachen uns aus :-( Nach einer halben Stunde kommen dann noch 3 Einheimische die wollen auch nach Sorata, nur leider waren bis jetzt alle Kombis voll. Der nächste hat Platz und natürlich nimmt er die Einheimischen mit und wir stehen immer noch im kalten Wind. Doch dann bleibt ein Auto stehen, das unser Schild gelesen hat und nimmt uns mit. Natürlich gegen Geld, verlangt sogar gleich viel wie die doppelte Strecke nach La Paz wäre. Aber das wissen wir zu der Zeit noch nicht. Von der schönen Landschaft sehen wir leider auch nichts, da es Regnet und die Sicht sehr schlecht ist.
In Sorata ist mir zuerst mal schlecht. Dann finden wir ein Hostel mit super Blick ins Tal. Danach gibts Essen. Für mich nur eine Suppe, da ich mich nicht gut fühle, für Sylvia etwas Ordentliches. Das war ein Fehler, aber dazu später mehr.
Ich muss ins Bett, fühle mich nicht gut und hab auch leicht erhöhte Temperatur.
Nächsten Morgen weckt mich Sylvia vom Klo aus. Ihr hat das Essen vom Vortag nicht gut getan. Sagen wir so, das Essen nimmt nicht seinen normalen Weg und das über den ganzen Tag verteilt. Da sie auch starke Bauchschmerzen hat, müssen wir uns etwas überlegen. Medikamente haben wir mit, aber reicht das und was ist das Richtige? Also mach ich mich auf die Suche nach einem Doktor. Es gibt ein Krankenhaus. Und ich habe Glück. Ich muss nicht lange warten und die Ärztin kann Englisch und sie kann sogar mitkommen und sich Sylvia ansehen, da Sylvia viel zu schwach ist ins Krankenhaus zu gehen. Also werden ganz viele Medikamente und Ampullen eingepackt und wir gehen ins Hostal. Gemessen, getastet und es wird wohl eine Lebensmittelvergiftung sein. Ok das geht ja noch. Also Spritzal in Popo, Antibiotikum, Elektrolytlösung und Tabletten gegen die Übelkeit und nach kurzer Zeit gehts Sylvia schon wieder viel Besser. Nächster Tag ist das Wetter schön und da es Sylvia viel besser geht können wir eine Runde am Hauptplatz drehen. Zu mehr reicht es nicht wirklich, wir fühlen uns beide nicht so ganz wohl. Jetzt sehen wir aber die wunderschöne Bergkulisse, die sich direkt hinter Sorata auftut. Am Abend fängt jedoch mein Bauch zu spinnen an und ich sitze des öfteren am Häusl. Es reicht. Wir wollen hier weg. Trotz Kloprobleme bringen wir die 3h Fahrt nach La Paz am nächsten Tag gut herum.

So und bevor jetzt wieder 100 Anfragen kommen ob Sylvia noch am Leben ist und wie's ihr den geht. ES IST SCHON WIEDER GUT! KEINE SORGE!
(Anspielung auf den Beitrag zu unserm Olleres - Chavin Trek)


Montag, 30. Juli 2012

Copacabana, wie man in Bolivien eine Autoversicherung abschließt

Wir sind jetzt ein paar Tage in Copacabana abgestiegen, im Hotel! Ist bisher trotzdem eine der billigsten Unterkünfte. Doppelzimmer mit Frühstück und Blick auf den See für ca. 12€. Gut, die Duschwanne und das restliche Badezimmer hat sich um 5cm gesenkt und nach 2 Tagen wurde unser Duschvorhang abmontiert (anscheinend zur Reinigung) und wurde nicht mehr zurückgegeben, aber sonst eigentlich ganz nett.

Copacabana ist eigentlich keine schöne Stadt. Es wimmelt nur von Hostals, Restaurants und Cafes, wobei jedes mit dem besten Essen der Stadt wirbt. Es gibt aber einen schönen Aussichtsberg, Kalvarienberg genannt, und der ist ca. 200m über der Stadt und somit ein 4000er :-)
Von dort hat man einen schönen Blick über die Stadt, den Strand und den See. Der Sonnenuntergang ist von dort auch wunderschön.

Eine Wanderung, entlang der Küste, haben wir ausgelassen, schaut ohnehin aus wie in Kroatien, und dafür den bis jetzt wahrscheinlich besten Kaffee in unserem Stammcafe genossen. Das "Condor and Eagle Cafe" ist ein Tip. Super Kaffee, heiße Schoki, Bücher zum Kaufen und Tauschen und eine nette Atmosphäre.

Sonst haben wir in den vier Tagen nicht soviel gemacht, außer die "Isla del Sol" besucht, aber dazu gib es schon einen Bericht. Ja und zwei Geocache haben wir auch noch gemacht :-)
Die Einladungen der Restaurants haben wir abgeschlagen, wir waren eigentlich immer am Markt essen. Trucha frita - gebratene Forelle aus dem Titicacasee, mit Reis, Kartoffeln und Salat um ca. 2€. Wirklich gut.

Eines gibt es schon noch zu erwähnen, daher auch die Überschrift. Wir sind genau in eine Festwoche geraten. Dieses und vor allem nächstes Wochenende ist hier ein großes Fest.
Und zu diesem Anlass kommen ganze Horden von Bolivianern, aber auch Peruaner. Es ist Autoversicherungszeit. Und das geht so.
Man schmückt sein Auto, ob neu oder gerade noch fahrtüchtig, mit ganz vielen Blumen und Blumenketten, außerdem noch mit Spielzeugautos, Booten, Hüten, ... schmeißt Konfetti darauf, bespritzt es mit Bier, Sekt, ... und lässt es dann von einem Pfarrer weihen. Selbst trinkt man dazu auch reichlich. Und somit kann eigentlich nichts mehr passieren. Dafür stellen sich die Autobesitzer auch schon mal den ganzen Tag an und es bildet sich eine Schlange, die ganze Hauptstraße entlang, bis zur Kirche, wo die Zeremonie abgehalten wird.
Eine neue Arbeit hätten wir uns auch schon ausgedacht. Wir setzen uns in eine Hütte und verkaufen Blumen, sind dann quasi Versicherungsvertreter.

Wir ziehen jetzt weiter Richtung Norden, nach Sorata. Dort soll es ganz schöne Wanderungen geben.